Reisen zu Pferd —
Fünf Destinationen
rund um den Globus
Eine Rückkehr zu den Ursprüngen des Reisens: Lange bevor Mobilität zu dem wurde, was sie heute ist, war sie rhythmisch, körperlich, unmittelbar – auf dem Rücken von Pferden. Eine Reise war nie dazu gedacht, einfach nur zurückgelegt zu werden, sondern vielmehr ging es darum erlebt zu werden. Diese fünf Reiseziele führen uns an Orte, an denen das Pferd nicht der Vergangenheit, sondern der Gegenwart angehört: zu den legendären Blutlinien Irlands rund um Cashel Palace und Coolmore, in die stille Weite der roten Felsen Utahs zum Amangiri, an Mexikos Pazifikküste ins Rosewood Mandarina, wo Polo auf tropische Landschaft trifft, über die ursprünglichen Reitwege Mallorcas zum Son Fuster und schließlich hinaus in die Safarilandschaften Kenias zum Sirai House.
(Zu Pferd) Während der Wettlauf um immer schnellere, leisere und intelligentere autonome Fahrzeuge an Fahrt gewinnt, droht das Reisen von A nach B zu einem schwindelerregenden Akt der Teleportation zu werden — statt zu einer Auseinandersetzung mit der Welt, die uns umgibt. Während wir einen weiteren Grund, die Welt um uns herum zu bestaunen, gegen eine weitere Gelegenheit eintauschen, uns auf unsere Smartphones zu fixieren, lohnt sich ein Blick in die Geschichte: Seit Jahrtausenden verbindet den Menschen eine besondere Partnerschaft mit einem autonomen Gefährt, das Persönlichkeit und Intuition, Kraft und Geschwindigkeit vereint — dem Pferd. Wir haben fünf Orte rund um den Globus gefunden, in denen die Liebe zu Pferden tief in ihrer DNA verwurzelt ist.
AMANGIRI
Eingebettet in die uralte, beinahe außerirdisch anmutende Schönheit des Colorado-Plateaus in Utah fügt sich das Amangiri mit viel Feingefühl in eine Landschaft aus roten Felsen ein. Eine moderne, minimalistische Architektur trifft hier auf eine Natur, die älter und ursprünglicher wirkt als jede Form von Zivilisation. Das Resort bietet eine Vielzahl von Möglichkeiten, die Natur zu erkunden – von Wanderungen durch die Canyons in Begleitung eines Navajo-Führers bis hin zu Bootstouren auf dem Lake Powell oder dem mächtigen Colorado River. Der Stall von Amangiri besteht aus den wohlklingenden American Quarter Horses, Tennessee Walking Horses und Missouri Fox Trotters. Gäste sind eingeladen, Pfaden zu folgen, die seit Jahrhunderten begangen werden, und so Teil eines zeitlosen Kontinuums zu werden. Da das Resort die zurückhaltende Eleganz der Aman-DNA in sich trägt, vermittelt das Erlebnis den Zauber des Westens aber ganz ohne die typischen Cowboy-Klischees.
Sirai House
Es ist schwer, sich einen atemberaubenderen Ort als das Sirai House vorzustellen. Hoch oben auf einem Bergrücken am Fuße des Mount Kenya und innerhalb des 32.000 Acre großen Borana-Naturschutzgebiets gelegen, ist das Sirai House genau der Ort, an dem man mühelos eine ganze Woche – zwischen vollkommener Ruhe und der unmittelbaren Nähe zur ungezähmten Natur verbringen kann. Das 2012 gegründete hauseigene Zuchtprojekt „Sirai Stud“ hat intuitive und intelligente Pferde hervorgebracht, die den Anforderungen des afrikanischen Buschs gewachsen sind. Für erfahrene Reiter:innen bietet das Durchqueren der Wildnis auf einem für dieses Gelände gezüchteten Pferd eine tiefe Verbindung zur umgebenden Tierwelt – eine Verbindung, die von den scharfen Sinnen des Tieres unter Ihnen geleitet wird.
Spirit of
Son Fuster
Spirit of Son Fuster schafft eine seltene Balance aus Intimität und scheinbar endloser Weite zu bewahren. Ganz gleich, mit wie vielen Menschen man anreist – irgendwo findet sich immer ein stiller Ort, an dem man sich mit einem Buch zurückziehen oder bei einem Drink den Blick über die Tramuntana schweifen lassen kann. Beeinflusst von den ausgedehnten Reisen der Eigentümer:innen vereint die Innenausstattung dieses liebevoll restaurierten Anwesens aus dem 14. Jahrhundert Artefakte aus Spanien, Nordafrika und dem amerikanischen Westen in eklektischer Harmonie. Im Zentrum dieses Anwesens steht aber sein Stall mit den eleganten, dunkel glänzenden Menorquín-Pferden. Ein Ausritt auf diesen seltenen, traditionellen balearischen Pferden durch die umliegenden Olivenhaine und die Ausläufer der Serra de Tramuntana zu reiten, bedeutet, in die Geschichte Mallorcas einzutauchen – in eine Zeit, lange bevor die Insel von Besuchern entdeckt wurde. Still, privat und tief mit der Landschaft verbunden.
Cashel
Palace Hotel
Irland kann auf eine glanzvolle Tradition im Pferdesport zurückblicken – das Land ist weltweit führend in der Zucht legendärer Rennpferde. Einer der prominentesten Namen in diesem Bereich ist die Familie Magnier, Eigentümer des elegant im palladianischen Stil erbauten Cashel Palace Hotels – ein Anwesen, das wie kaum ein anderes, irische Gastfreundschaft, mit einer tief verwurzelten Leidenschaft für den Pferdesport verbindet. Seit seiner Wiedereröffnung im Jahr 2022 reiht das Hotel Auszeichnung an Auszeichnung. Zugleich ist es Teil eines weit verzweigten Reit- und Zuchtimperiums, zu dem auch Coolmore Stud gehört. Hier lebte Galileo, einer der berühmtesten Rennpferde und Zuchthengste seiner Zeit – ein Name, der in der Welt des Pferdesports noch immer mit besonderer Ehrfurcht ausgesprochen wird. Wie tief die Verbundenheit des Cashel Palace mit der Welt der Pferde ist, zeigt sich wohl am deutlichsten in Emma-Mai, der hauseigenen „Equine Concierge“. Sie selbst beschreibt diese Aufgabe mit einer Begeisterung, die nur eines bedeuten kann: Es ist ihr Traumjob. Und vielleicht fasst genau das den Geist dieses Ortes am treffendsten zusammen. Übernachten Sie in einer Grand Suite, in der einst Elizabeth Taylor zu Gast war, und planen Sie gemeinsam mit Emma-Mai einen perfekten Tag mit Pferden.
Rosewood
Mandarina
Die Verbindung von höchster Reitkunst mit einem Hauch von mühelosem Eleganz führt fast zwangsläufig zum Polo – einem exklusiven Sport, voller Raffinesse, dass er seit jeher sowohl Modehäuser als auch die Literatur inspiriert hat. Das Rosewood Mandarina, eingebettet zwischen den unberührten Stränden der Riviera Nayarit und dem dichten mexikanischen Küsten-Dschungel, betrachtet den Sport nicht als exklusives Spektakel, sondern als ein umfassendes Erlebnis. Im Mandarina Polo & Equestrian Club werden die Pferde selbst gezüchtet. Sorgfältig ausgewählte Blutlinien bringen Tiere hervor, deren Eigenschaften an das argentinische Polo-Pony erinnern, während zugleich ein vollständig mexikanisches Zuchtprogramm bewahrt wird. Gäste können hier erste Erfahrungen mit dem Sport sammeln oder, je nach Saison, die Atmosphäre eines echten Polospiels erleben. Wenn Sie eher der besinnliche als der wettkampforientierte Typ sind, sollten Sie einen ruhigen und entspannten geführten Ausritt auf einem einheimischen mexikanischen Pferd in Betracht ziehen und den Tag damit verbringen, tiefe Dschungelpfade zu durchqueren, bevor Sie an die glitzernde Pazifikküste gelangen.